Der Platz, die Kirche und die berühmte Freitreppe der Trinità dei
Monti sind seit jeher Ziel vieler Touristen Roms. Der Platz ist von
wirklich origineller Form; eine Verengung in der Mitte, die ihn in zwei
Hälften teilt, lässt ihn fast wie einen Schmetterling erscheinen. Schon
seit dem siebzehnten Jahrhundert war der Platz für Reisende aus ganz
Europa ein Ort der Begegnung, den sie bequem mit der Kutsche erreichen
konnten. So entstanden Hotels, Läden und Kaffees, in denen sich
Maler, Schriftsteller und Sprösslinge reicher Familien, wie Ende des
neunzehnten Jahrhunderts Gabriele D'Annunzio beschrieb,
in internationalem Klima trafen.
Der europäische Charakter des Viertels wird durch die Präsenz der
diplomatischen Vertretungen Frankreichs und Spaniens, die auch auf den
Namen des Platzes selbst Einfluss nahmen, deutlich unterstrichen. Hieß er
anfänglich Platea Trinitatis, wegen der ihn beherrschenden Kirche der
Trinità dei Monti, so wurde der rechte Teil vor dem Spanischen
Botschaftsplast später Piazza di Spagna genannt, während der gegenüberliegende Teil, Richtung Via del Babuino, Piazza di Francia hieß.
Um die Verkündung des Dogmas der unbefleckten Empfängnis der
Jungfrau zu feiern, wurde 1857 vor dem Palazzo di Spagna, auf den
Willen des Papstes Pius IX hin, die Säule der unbefleckten Empfängnis
errichtet, eines der letzten Denkmäler des päpstlichen Roms.
Jedes Jahr am 8. Dezember legen die Feuerwehrleute, unter den Augen
des Papstes, zu Ehren der Jungfrau, eine Blumenkrone auf die Statue.
Auf dem Gipfel des Hügels, wo sie sich im Altertum märchenhafte
Residenzvillen erhoben, befindet sich heute die theatralische Fassade
einer Kirche. Diese wurde im XVI Jahrhundert, auf Willen der Souveränen
Frankreichs hin, errichtet. St. Francesco da Paola bevorzugte diesen Platz
wegen seiner Einsamkeit und Stille. Der Ort war tatsächlich von der
niedrigen Seite aus komplett isoliert und wo man heute die Freitreppe
bewundert, lag ursprünglich ein wahrhaftiger Wald, der oft Schauplatz
verbrecherischen Taten war. Die ab 1732 durch Francesco de Santis
verwirklichte Freitreppe besteht aus 138 Stufen, die man jedoch mühelos
hinaufsteigen kann, da der Architekt Sitze und kleine Ruheplätze zwischen
den einzelnen Rampen vorgesehen hatte.
Am Nachmittag empfiehlt es sich in den berühmten Babingtons Tee-Saal einzukehren, um den rituellen Fünf-Uhr-Tee zu kosten. Dieser Winkel alten
Englands wurde von den unternehmungslustigen Damen Miss Babington und Miss
Cargill gegründet. Hier wird ein sehr leckeres Brunch serviert, und
für den schnellen Imbiss zwischendurch gibt es auch Mc Donald's auf der Piazza di Spagna.
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